Ines Blog
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DED 2020

2 Minuten Lesezeit

COVID-19 ändert eine Menge in diesem Jahr. Tatsächlich und in unseren Köpfen.
Krisensituationen verursachen nicht nur Veränderungen, sie wirken wie ein Brennglas und zeigen Fehler und Versäumnisse deutlicher als bisher.

Gleichzeitig bietet sich jetzt die Chance Bisheriges zu hinterfragen und an die neuen, veränderten Bedingungen anzupassen. Dies trifft meiner Meinung nach besonders auf den Bildungssektor zu.

Aber es soll nicht darum gehen, auf die Krise mit Anpassung zu reagieren, sondern um eine Weiterentwicklung mit Weitblick - um ein Einstellen auf Bedingungen, die Lernende befähigen, selbstbestimmt und auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet, ihr Leben nach der Schule zu meistern.
Und hier liegt bereits eines der grundlegenden Probleme: das sich nicht mehr deckende Verständnis von Schule und Lernen in unserer Gesellschaft. Hier klafft eine Lücke zwischen Organisation, Betreuung und Verwaltung einerseits und dem Lernen als ko-konstruktiver, kollaborativer und vor allem konnektivistischer Prozess andererseits.
Auch wird durch die Gleichsetzung von Schule und Lernen das Begreifen von Lernen als lebenslanger Prozess behindert. Mit dem Durchlaufen der Schule und dem Abschluss mit einer Prüfung wird suggeriert, man hätte Lernen abgeschlossen.

Es geht also um eine - tja was eigentlich: Reform oder Revolution (ich verrate hier mal: ich tendiere zu Letzterem😉) - des Bildungssystem - mit dem Ziel, ein Lernen unter den Bedingungen der Digitalität zu ermöglichen und gestalten zu können. Dieses New Learning wird durch alte hierarchische Strukturen, ein enges bürokratisches Korsett und lange Entscheidungsinstanzen verhindert.
Um dem New Learning auch die Bedingungen zu schaffen, die es benötigt, sind tiefgreifende Umgestaltungsprozesse nicht nur allein im Bildungsbereich notwendig. Dieses Thema ist auch vom Hagener Manifest aufgegriffen worden und wird dort am 26.11.2020 im Rahmen eines Workshops diskutiert werden.

Mein Input zum DED 2020 ist auch vor dem Hintergrund des Verständnisses von New Learning zu sehen und stand unter dem Titel "Digital Lernen von Morgen". An dem Titel kann und soll man sich reiben. Warum habe ich versucht zu zeigen. Hier nur so viel: "digitales Lernen" gibt es nicht (wurde schon so oft und von so vielen dargelegt) und "von morgen" finde ich unzutreffend und würde umwandeln in "schon heute für morgen".

Die Folien zum Input gibt es hier zum Nachschauen.
ded_2020_11_ppp

(Hinweis: Folien, nicht zum Nachlesen gedacht. 😉)